Schulhaus Schwabgut Bern: Denkmalgerechte Sanierung mit europäischem Eichenfurnier

Wie lässt sich der Charakter eines denkmalgeschützten Schulhauses bewahren und gleichzeitig ein zeitgemässer Innenausbau realisieren? Bei der Gesamtsanierung der Volksschule Schwabgut in Bern begleitet die Roser AG das Architekturteam von Haller Gut Architekten AG bei der Auswahl und Umsetzung passender Furnieroberflächen. Die Wahl fiel auf europäisches Eichenfurnier in 0,9 mm Stärke – mit schlichter, zurückhaltender Maserung und gestürztem Furnierbild. Für verschiedene Schreinereien liefert Roser Rohfurniere, massgefertigte Furnierdecks und individuell furnierte Platten, die unter anderem für Schränke, Regale und Türen eingesetzt werden.

 

Projekt auf einen Blick

ProjektGesamtsanierung Volksschule Schwabgut
StandortKeltenstrasse 37–43, 3018 Bern-Bümpliz
BauherrschaftHochbau Stadt Bern
Architektur und PlanungHaller Gut Architekten AG ETH SIA, Bern
Projektverantwortlicher Roser AGFabian Sager
Materiallieferant und FurnierveredelungRoser AG, Birsfelden
Eingesetztes FurnierEuropäische Eiche, 0,9 mm
FurnierbildGestürzt, schlicht mit leichter Maserung
Roser DienstleistungenFurnierberatung, Bemusterung, Rohfurnier, Furnierdecks nach Mass, individuell furnierte Platten
Furniermenge (Stand 2026)Bisher mehrere Tausend Quadratmeter
GebäudestatusIm Bauinventar als schützenswert eingestuft
AnwendungSchränke, Regale und Türen im Innenausbau
Sanierungszeitraum2023 bis voraussichtlich Sommer 2027
ProjektstatusLaufend, weitere Etappen in Umsetzung

 

 

Eine Schulanlage mit Geschichte und denkmalpflegerischem Anspruch

Die Volksschule Schwabgut in Bern-Bümpliz gehört zu den bedeutenden Schulbauten aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Anlage entstand zwischen 1959 und 1967 und umfasst zwei Schulhäuser, einen Verbindungstrakt, eine Aula, Turnhallen sowie grosszügige Aussenanlagen.

Die Gebäude sind im Bauinventar der städtischen Denkmalpflege als schützenswert eingestuft. Entsprechend anspruchsvoll gestaltet sich die umfassende Sanierung: Die ursprüngliche architektonische Identität soll möglichst erhalten bleiben, während die Schulanlage an heutige Anforderungen hinsichtlich Energieeffizienz, Sicherheit, Hindernisfreiheit und moderner Unterrichtsformen angepasst wird.

Das Sanierungsprojekt unter der Leitung von Haller Gut Architekten AG erfolgt in mehreren Etappen. Nach Abschluss der Arbeiten soll die Anlage Raum für 24 Schulklassen und eine Tagesschule bieten. Die Gesamtsanierung verfolgt den Minergie-Eco-Standard und berücksichtigt neben den Gebäuden auch die energetische Erneuerung sowie die Aufwertung der Aussenanlagen.

Eine besondere Rolle spielt dabei die Gestaltung der Innenräume. Die vorhandene Materialisierung ist Teil des architektonischen Erscheinungsbildes und sollte bei der Erneuerung sorgfältig berücksichtigt werden.

 

Die Herausforderung: Ein passender Ersatz für bestehendes Limba-Furnier

Im ursprünglichen Innenausbau der Schulanlage wurde grossflächig Limba-Furnier verwendet. Für die Sanierung stellte sich deshalb eine zentrale Frage: Welches Furnier kann die gestalterische Wirkung der bestehenden Holzoberflächen aufnehmen und gleichzeitig den Anforderungen des erneuerten Innenausbaus entsprechen?

Gesucht wurde keine beliebige neue Holzart, sondern ein Furnier, das mit seiner Farbgebung, seiner Maserung und seinem Gesamtcharakter eine gestalterische Verbindung zum Bestand herstellt.

Dabei waren insbesondere eine ruhige, schlichte Holzzeichnung und ein möglichst zurückhaltendes Furnierbild entscheidend. Die neuen Oberflächen sollten sich harmonisch in die bestehende Architektur einfügen, ohne deren Charakter zu verfälschen.

 

Furnierbemusterung im konzept.raum der Roser AG

Die Zusammenarbeit zwischen den Architekten und der Roser AG begann am 27. Februar 2024.

Im Rahmen der Materialevaluation besuchten Herr Haller und Herr Glarner von Haller Gut Architekten AG den konzept.raum in Birsfelden. Gemeinsam mit Roser-Projektleiter Fabian Sager wurden verschiedene Furnierarten und deren gestalterische Eigenschaften beurteilt.

In einer ersten Phase standen mehrere Holzarten zur Diskussion:

  • Ulme
  • Europäische Eiche
  • Zeder
  • Eukalyptus natur

Im Verlauf der Bemusterung konzentrierte sich die Auswahl auf Zeder und Eiche. Beide Holzarten wurden hinsichtlich ihrer Wirkung im Kontext der bestehenden Innenarchitektur verglichen.

Die endgültige Entscheidung fiel auf europäisches Eichenfurnier in 0,9 mm Stärke. Die Wahl wurde mit einem klar definierten Furnierbild verbunden: gestürzt, schlicht und mit leichter Maserung. So konnte eine ruhige und möglichst einheitliche Oberflächenwirkung erzielt werden, die sich in die Architektur der denkmalpflegerisch wertvollen Schulanlage einfügt.

 

Europäische Eiche: Bewusste Materialwahl für den historischen Bestand

Europäisches Eichenfurnier ist ein vielseitiger Werkstoff im hochwertigen Innenausbau. Es überzeugt durch seine natürliche Holzzeichnung, warme Farbgebung und unterschiedliche gestalterische Möglichkeiten.

Für das Schulhaus Schwabgut wurde bewusst eine schlichte Sortierung mit leichtem Furnierbild gewählt. Die zurückhaltende Maserung unterstützt eine ruhige Gesamtwirkung, ohne die natürliche Materialität des Holzes zu verlieren.

Die Furnierstärke von 0,9 mm bietet zusätzliche Materialreserven gegenüber dünneren Standardfurnieren. Bei der weiteren Verarbeitung und Oberflächenbearbeitung ist dies insbesondere für projektbezogene Anwendungen von Vorteil.

Durch die gestürzte Furnierfolge entsteht ein gezielt abgestimmtes Furnierbild, bei dem die einzelnen Furnierblätter aufeinander Bezug nehmen. Die Anordnung trägt dazu bei, eine gestalterische Kontinuität über grössere Flächen hinweg zu schaffen.

Die Materialwahl zeigt, dass denkmalgerechte Sanierungen nicht zwingend eine identische Reproduktion historischer Materialien erfordern. Entscheidend ist eine sorgfältige Abstimmung von Holzart, Zeichnung, Farbwirkung und Verarbeitungsqualität auf die vorhandene Architektur.

 

Individuelle Furnierlösungen für verschiedene Schreinereien

Bei einem Grossprojekt wie der Gesamtsanierung der Volksschule Schwabgut sind nicht nur die Materialauswahl, sondern auch die unterschiedlichen Anforderungen der ausführenden Betriebe entscheidend.

Die Roser AG übernimmt deshalb verschiedene Leistungen im Bereich der Furnierlieferung und Furnierveredelung.

 

Rohfurnier aus europäischer Eiche

Für Schreinereien, die das Furnier selbst weiterverarbeiten, liefert Roser das entsprechend ausgewählte Rohfurnier. Damit können die Betriebe die Furnierung innerhalb ihres eigenen Produktionsprozesses durchführen.

Furnierdecks nach Mass

Für andere Anwendungen stellt Roser individuell zusammengestellte Furnierdecks nach den vorgegebenen Massen und Anforderungen her. Die Furnierblätter werden passend zur gewünschten Optik gefügt und für die weitere Verarbeitung vorbereitet.

Individuell furnierte Platten

Auf Wunsch übernimmt die Roser AG auch die Herstellung bereits furnierter Platten. Das vereinbarte Furnierbild wird dabei auf die benötigten Trägermaterialien und Plattenformate abgestimmt. Dadurch erhalten die ausführenden Schreinereien eine vorbereitete Lösung für die weitere Bearbeitung.

Diese unterschiedlichen Lieferformen ermöglichen es, die Materialisierung über mehrere Bauetappen und ausführende Betriebe hinweg gezielt umzusetzen.

 

Mehrere Tausend Quadratmeter Furnier – und das Projekt geht weiter

Die Gesamtsanierung der Volksschule Schwabgut ist ein langfristiges Projekt mit mehreren Bauetappen. Entsprechend umfangreich ist auch der Bedarf an Furnier und furnierten Holzwerkstoffen.

Bereits heute wurden mehrere Tausend Quadratmeter europäisches Eichenfurnier für das Projekt eingesetzt. Weitere Etappen befinden sich noch in Umsetzung.

Für die Roser AG steht dabei nicht nur die Bereitstellung der benötigten Furniermengen im Vordergrund. Entscheidend ist auch, dass die ursprünglich definierte Materialisierung bei fortlaufenden Lieferungen berücksichtigt wird.

Die Kombination aus Furnierkompetenz, individueller Weiterveredelung und unterschiedlichen Lieferformen ermöglicht eine projektbezogene Betreuung über einen längeren Zeitraum.

 

Fazit: Bewährte Architektur mit sorgfältig ausgewähltem Furnier weiterentwickeln

Die Gesamtsanierung der Volksschule Schwabgut in Bern zeigt, wie wichtig eine sorgfältige Materialwahl bei der Erneuerung schützenswerter Gebäude ist.

Ausgehend von den bestehenden Limba-Oberflächen wurde gemeinsam mit den Architekten eine passende Lösung aus europäischem Eichenfurnier entwickelt. Die Bemusterung im konzept.raum, die bewusste Festlegung des Furnierbildes und die massgeschneiderte Weiterverarbeitung bilden die Grundlage für eine einheitliche Materialisierung über mehrere Bauetappen hinweg.

Mit bisher mehreren Tausend Quadratmetern geliefertem Furnier sowie Rohfurnieren, Furnierdecks nach Mass und individuell furnierten Platten unterstützt die Roser AG die anspruchsvolle Umsetzung durch verschiedene Schreinereien.

Ein Projekt, das zeigt, wie die Verbindung aus architektonischem Feingefühl, Materialkompetenz und flexibler Furnierverarbeitung zur behutsamen Weiterentwicklung bestehender Bausubstanz beiträgt.
 

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